Herbsttagung: Samstag, 16.11., 14.30 Uhr, Haus des Gastes, Kurhausstraße 22-24

Der Internationale Weinbaukongress in Bad Kreuznach 1939 Das größte Weinpropagandaspektakel des Dritten Reiches und dessen jähes Ende

Ein kurioses Kapitel der Geschichte der NS-Zeit – der Weinbaukongress 1939 – steht im Mittelpunkt der traditionellen Herbsttagung, zu der der Verein für Heimatkunde am Samstag, 16.11., 14.30 Uhr in das Haus des Gastes einlädt.

„Der Internationale Weinbaukongress in Bad Kreuznach 1939 – Das größte Weinpropagandaspektakel des Dritten Reiches und dessen jähes Ende", so lautet das Thema eines Vortrages, in dem der Traben-Trarbacher Museumsleiter Dr. Christof Krieger an dieses ungewöhnliche Ereignis vor achtzig Jahren erinnern möchte. Der Historiker, der sich in seiner Doktorarbeit an der Universität Trier mit der nationalsozialistischen Weinpropaganda an Mosel, Saar und Ruwer beschäftigte, gibt anhand zumeist unveröffentlichter Quellen überraschende Einblicke in ein weithin unbekanntes Kapitel der Lokalgeschichte von Bad Kreuznach. Zugleich erläutert er die Bedeutung der Weinbauförderung in der NS-Wirtschaftspolitik.

Buchstäblich am Vorabend des Zweiten Weltkrieges sollte in Bad Kreuznach das bedeutendste Weinspektakel des Dritten Reiches stattfinden: Am 21. August 1939 wurde in der Nahestadt der erste und bislang einzige „Internationale Weinbaukongress“ auf deutschen Boden eröffnet! Um die Errungenschaften des Hitlerstaates auch auf weinfachlichem Gebiet vor der Weltöffentlichkeit zu repräsentieren, hatte der Hitlerstaat keine Kosten und Mühen gescheut. So wurde von der NS-Bauernorganisation ebenfalls eine Weinbauausstellung der Superlative vorbereitet, während die NSDAP zum aufwändigsten Weinfest rüstete, das es bislang im westlichen Grenzgebiet gegeben hatte.

Doch die hochfliegenden Pläne wurden durch Hitlers Welteroberungspolitik jäh zunichte gemacht: Hatte schon der Weinbaukongress unter dem lähmenden Eindruck drohender Kriegsgefahr gestanden, verließen am 26. August 1939 sämtliche ausländischen Teilnehmer fluchtartig den Kongressort, wo alle übrigen Programmpunkte kurzfristig gestrichen wurden. Die Mär vom friedfertigen Dritten Reich, zu deren Verbreitung auch die bis heute beispiellose Weinpropagandaschau in Bad Kreuznach hatte beitragen sollen, musste der Realität des Krieges weichen.

Der Eintritt ist frei, Gäste sind herzlich Willkommen!

 

Plakat und "Reichsbauernführer" Richard Darré


Verein für Heimatkunde

für Stadt und Kreis

Bad Kreuznach e.V.

 

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